News & StoriesFlexibilität im Umbruch: Wie erneuerbare Energien und neue Technologien den deutschen Regelenergiemarkt verändern
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Flexibilität im Umbruch: Wie erneuerbare Energien und neue Technologien den deutschen Regelenergiemarkt verändern
IndraSara Wuethrich
Der Energiemarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Der Ausbau der erneuerbaren Energien erhöht die Volatilität der Energieerzeugung im Stromsystem und damit den Bedarf an Flexibilität. Während diese lange Zeit vor allem durch konventionelle Kraftwerke bereitgestellt wurde, entsteht heute ein breites Spektrum neuer Flexibilitätsanbieter, von Wind- und Solaranlagen über Batteriespeicher bis hin zu flexiblen Lasten. Hier setzt auch die BKW mit ihrer Konzerngesellschaft Südvolt an.
Vom klassischen Ansatz zur neuen FlexibilitätDer deutsche Regelenergiemarkt wird heute noch stark durch konventionelle Anlagen, allen voran der Wasserkraft, geprägt. Der weitere Ausbau dieser Technologie ist jedoch begrenzt. Gleichzeitig steigt mit der Energiewende und dem damit einhergehenden Ausbau von Wind- und Solarenergie der Bedarf an zusätzlicher Flexibilität. In Deutschland macht sich das besonders bemerkbar, da das Land über die grösste installierte Wind- und PV-Leistung Europas verfügt. Die daraus resultierenden wetterbedingten Schwankungen der Stromerzeugung erreichen entsprechend hohe Leistungswerte und erhöhen die Anforderungen an die kurzfristige Ausbalancierung von Erzeugung und Verbrauch, um das Stromnetz zu stabilisieren. Um diesen wachsenden Flexibilitätsbedarf zu decken, kommen zunehmend neue Technologien zum Einsatz.
Regelenergie und Flexibilität einfach erklärtFlexibilität bezeichnet die Fähigkeit, Erzeugung und Verbrauch von Strom kurzfristig ins Gleichgewicht zu bringen und so die Netzstabilität sicherzustellen. Hierfür wird je nach Bedarf positive oder negative Regelenergie eingesetzt.Positive Regelenergie wird benötigt, wenn mehr Strom verbraucht als produziert wird. Das Netz wird dann entweder durch zusätzliche Stromerzeugung oder durch eine gezielte Reduktion des Verbrauchs stabilisiert. Ein klassisches Beispiel sind flexible Gaskraftwerke, die ihre Leistung kurzfristig erhöhen und zusätzliche Energie bereitstellen können.Negative Regelenergie kommt zum Einsatz, wenn mehr Strom produziert als verbraucht wird. In diesem Fall wird entweder die Einspeisung reduziert oder der Stromverbrauch erhöht. Beispiele hierfür sind Wasserkraftwerke, die ihre Leistung drosseln, oder Wärmepumpen, deren Stromverbrauch gezielt erhöht wird.Pumpspeicherkraftwerke und Batterien sind Beispiele von Anlagen, die flexibel und je nach Bedarf positive oder negative Regelenergie bereitstellen können.
Grossbatteriespeicher eignen sich ideal für die Bereitstellung von Regelenergie.
Flexibilität entlang verschiedener Märkte und TechnologienDer steigende Flexibilitätsbedarf verändert die Zusammensetzung der Anbieter im Regelenergiemarkt. Besonders deutlich zeigt sich dies am wachsenden Stellenwert von Batteriespeichern. Dank ihrer hohen Flexibilität und ihrer Fähigkeit, innerhalb von Sekunden auf Schwankungen im Stromsystem zu reagieren, eignen sie sich ideal für die Bereitstellung von Regelenergie. Entsprechend schreitet der Ausbau der Batteriespeicherkapazitäten in Deutschland mit hoher Dynamik voran. Aktuell befinden sich mehrere Gigawatt an zusätzlicher Leistung in Planung. Eine dieser Grossbatterien in Deutschland wird von der BKW gebaut.Auch Verbrauchstechnologien stellen zunehmend Flexibilität für das Stromsystem bereit. Power-to-Heat-Anlagen und die dazugehörigen Wärmepumpen können sowohl positive als auch negative Regelenergie bereitstellen. Da viele dieser Anlagen jährlich mehr als 5'000 Stunden im Grundlastbetrieb laufen, können sie bei einem kurzfristigen Strommangel ihre Leistungsaufnahme reduzieren. Gleichzeitig steht durch eine Erhöhung der Leistungsaufnahme negative Regelenergie zur Verfügung. Ein besonderer Vorteil liegt dabei in der thermischen Speicherfähigkeit von Gebäuden. Dadurch bleibt die erzeugte Wärme über einen gewissen Zeitraum erhalten, sodass Wärmepumpen ihre Leistungsaufnahme kurzfristig anpassen können, ohne dass dies unmittelbar zu Komforteinbussen führt.Während neue erneuerbare Technologien wie Wind- und PV-Anlagen lange Zeit primär der Stromerzeugung und -vermarktung dienten, eröffnen sich auch ihnen heute zusätzliche Einsatzmöglichkeiten im Regelenergiemarkt. Bei einem Stromüberschuss können diese Anlagen abgeregelt werden und somit negative Regelenergie bereitstellen. Dies schafft neue Erlösquellen und erhöht gleichzeitig die Flexibilität des Stromsystems.
Südvolt: Etablierter Anbieter von RegelenergieMit Südvolt verfügt die BKW in Deutschland über ein Flexibilitätsportfolio von knapp 2 GW, das an den deutschen Regelenergiemarkt angeschlossen ist und verschiedene Flexibilitäten, etwa Blockheizkraftwerke, Notstromgruppen oder Dampfturbinen, umfasst. Um die Teilnahme dieses Anlagenportfolios am Regelenergiemarkt zu optimieren, bündelt Südvolt dezentrale Flexibilitäten in einem virtuellen Kraftwerk. Über die letzten Jahre hat Südvolt ihr Portfolio kontinuierlich weiterentwickelt und zunehmend auch Power-to-Heat Anlagen aufgenommen. Die nächsten Schritte sind auch bereits eingeleitet: Batterien und erneuerbare Energien wie Wind- und PV-Anlagen werden aktuell in die Regelenergievermarktung von Südvolt integriert, und leisten damit einen wachsenden Beitrag zur Flexibilität im Stromsystem.Strukturwandel im Energiesystem und im RegelenergiemarktDer Regelenergiemarkt verändert sich grundlegend. Zukünftig werden erneuerbare Energien, Batteriespeicher sowie flexible Verbraucher eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung von Flexibilität übernehmen. Gleichzeitig wird der steigende Flexibilitätsbedarf nicht vollständig durch diese Technologien gedeckt werden können. Flexible Gaskraftwerke bleiben deshalb mittelfristig ein wichtiger Bestandteil eines stabilen Energiesystems.Zusammen mit dem Ausbau von Batteriespeichern und weiteren Flexibilitätslösungen entsteht so ein Technologie-Mix, der Versorgungssicherheit gewährleistet und die Integration erneuerbarer Energien zielgerichtet unterstützt. Mit der Südvolt leistet die BKW einen wichtigen Beitrag zu dieser Entwicklung und unterstreicht ihre Rolle als aktive Gestalterin der Energiewende für eine nachhaltige Zukunft.
Neue erneuerbare Energien als wichtiges Standbein der BKW in DeutschlandDie BKW verfügt in Deutschland über ein Portfolio von rund 6'000 MW Wind- und Solarenergie aus Drittanlagen. Mit diesem Portfolio ist sie die sechstgrösste Direktvermarkterin von erneuerbaren Energien in Deutschland.Ergänzend betreibt die BKW auch eigene Windparks. Die kleinste Anlage befindet sich in Landkern und verfügt über eine Leistung von 4 MW, während die Dubener Platte mit 20 Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung von 20 MW den grössten Windpark im Portfolio darstellt. Darüber hinaus treibt die BKW die Weiterentwicklung ihrer Windparks voran, um diese künftig nicht nur für die Stromerzeugung, sondern zunehmend auch zur Bereitstellung von Flexibilität im Regelenergiemarkt einzusetzen.
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