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Energie
500 Smart Meter pro Tag: Der grösste Rollout der Schweiz rollt im Rekordtempo
Manfred Joss
Im September 2024 war im Rahmen des flächendeckenden Smart Meter Einbaus im Versorgungsgebiet der BKW der erste neue Smart Meter installiert worden. Ein Jahr später, im Herbst 2025, ist bereits der intelligente Stromzähler Nummer 100’000 eingebaut. Mit Erreichen dieses Meilensteins werfen wir einen Blick in den «Maschinenraum» des grössten Smart Meter Rollouts der Schweiz. Um ein solches Monsterprojekt zu stemmen, müssen viele Leute gut zusammenarbeiten und viele Rädchen ineinandergreifen.
Bis 2028 installiert die BKW über 400'000 neue Smart Meter. Gemessen an der Anzahl installierter Zähler ist dies der grösste Smart Meter Rollout in der Schweiz. Ein solch grosses und komplexes Vorhaben ist nur mit dem Aufbau von neuen Systemen und Prozessen sowie dem Zusammenspiel verschiedener spezialisierter Partner möglich. Als Gerätepartner hat sich die BKW in einem Ausschreibungsverfahren für die Firmen Kamstrup und Ensor/Semax entschieden. Kamstrup ist ein dänischer Hersteller von bewährten Smart Meter und Systemlösungen. Ensor/Semax ist ein Schweizer Hersteller, der die BKW seit Jahren mit qualitativ hochstehenden Smart Metern beliefert.
Der flächendeckende Einbau der Smart Meter ist Bestandteil der Energiestrategie 2050 des Bundes und dementsprechend im Stromgesetz verankert. Bis Ende 2027 soll die Smart Meter Abdeckung schweizweit 80% sein, so die gesetzliche Vorgabe. Die BKW zielt auf 100% Abdeckung – bis 2028 erhalten alle Kundinnen und Kunden der BKW einen Smart Meter installiert. Ein flächendeckendes, intelligentes Messsystem ist ein wichtiger Baustein, um unseren Kundinnen und Kunden im Rahmen der Energiewende neue, innovative Produkte und Services bieten zu können. Zum Beispiel einen Energiemonitoring-Service, der für Transparenz sorgt und Kundinnen und Kunden ermöglicht, ihren Stromverbrauch jederzeit mit ein paar Klicks im Blick zu haben.
Zaehler montage
Web Smart Meter 1
Optimierte Logistik für einen reibungslosen AblaufDas dänische Modell von Kamstrup deckt das Gros der BKW Kundschaft ab. Ein paar Tausend Ensor/Semax Smart Meter werden verbaut, um die besonderen Anforderungen im Industriebereich und auf höheren Spannungsebenen (Mittel- und Hochspannung) abzudecken. Die BKW hat sich für diese Konstellation entschieden, weil dies die effektivste und effizienteste Lösung ist, um ein flächendeckendes, intelligentes Messsystem in unserem weitläufigen Versorgungsgebiet aufzubauen. Mit dieser Lösung können alle Kundinnen und Kunden kosteneffizient abgedeckt werden.
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Entsprechend machen sich seit August 2024 jeden Monat rund 10'000 Smart Meter auf den Weg von der Fabrik in Dänemark in unser Zentrallager in der Schweiz. Vom Zentrallager geht die Reise eines Smart Meters weiter in eines von etwa 20 dezentralen Lagern. Dort angekommen, wird der Smart Meter vom zuständigen Zählermonteur abgeholt, an sein finales Zuhause gefahren und dort installiert.Entlang aller Etappen auf dieser Reise wird sichergestellt, dass die Abläufe so effizient und kundenfreundlich wie möglich gestaltet werden. Dazu braucht es bis ins Detail optimierte Logistik und diverse Fachexpertinnen und -experten, die sich jeden Tag dafür einsetzen, diese zu steuern und umzusetzen. Um Anfahrtswege optimieren und verkürzen zu können, werden zum Beispiel die Standorte der dezentralen Lager nach dem Fortschritt des Rollouts ausgerichtet und laufend gewechselt. Wenn also das Gebiet um ein Lager herum erschlossen ist und sich für den weiteren Rollout ein besserer Lagerstandort anbietet, dann wird das Lager entsprechend gewechselt.
70 Leute jeden Tag im EinsatzDamit jeden Tag über 500 Smart Meter in unserem Versorgungsgebiet montiert werden können, sind etwa 70 Kolleginnen und Kollegen täglich im Einsatz – darunter 44 Zählermonteure, die im Schnitt je 13 Smart Meter pro Tag installieren. Dabei werden die Anfahrtswege so kurz wie möglich gehalten. Insgesamt legt ein Zählermonteur im Berner Mittelland rund 75 Kilometer pro Tag zurück – im Oberland sind es zirka 100 Kilometer, was rund sechs bis acht Kilometer pro Zähler entspricht.
Für den Rollout jeden Tag im Einsatz: Die Montageteams von cablex und BKW.
Für die allermeisten Installationen vertrauen wir auf unseren Installationspartner, die cablex AG. Die Kollegen der cablex führen den Zählerwechsel bei Kleingewerben und vor allem bei privaten Haushalten auf Niederspannungsebene durch. Auch der Installationspartner wurde in einem Ausschreibungsverfahren ausgewählt und überzeugt bis heute in der täglichen Zusammenarbeit dank einschlägiger Expertise und Erfahrung mit derartigen Grossprojekten. Unsere BKW Monteure führen die Installationen bei unseren Industriekunden und auf höheren Spannungsebenen durch, auch sind sie für Nachkontrollen zuständig.
Steuerung und Unterstützung für die Zählermonteure kommen aus dem Büro. Dort findet auch das Management der zahlreichen Systeme und Prozesse im neuen, intelligenten Messsystem statt. Im Büro sind täglich mindestens 26 Fachpersonen aus diversen Bereichen im Einsatz, um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen und dieses Megaprojekt zu bewältigen. Da sind zum Beispiel die Projektleiter, die die Gesamtübersicht behalten und entscheiden, in welchen Ortschaften wann ausgerollt wird. Diese Entscheidungen passieren in Absprache und Koordination mit den Kolleginnen und Kollegen, die für Logistik, Gerätemanagement, Teamleitung und Disposition verantwortlich sind. Zudem stehen die Teams im Kundenservice und in der Disposition unseren Kundinnen und Kunden stets zur Verfügung, um sie bei Nachfragen zu beraten. Und die Kolleginnen und Kollegen im Messdatenmanagement prüfen, ob die Messdaten wie geplant übertragen und verarbeitet werden.
Ein weiterer regelmässiger Prozessschritt, der im Hintergrund passiert, ist die Stichprobe, die bei jeder Lieferung neuer Smart Meter gemacht wird. Diese Stichprobe prüft die Geräte auf äusserliche Schäden, zudem werden Verbindungs- und Datenverarbeitungstests durchgeführt. Erst nach zufriedenstellender Stichprobenkontrolle wird eine neue Charge Smart Meter zur Installation frei gegeben.Das optimal orchestrierte Zusammenspiel diverser Teams und Prozesse macht es möglich, dass wir nach einem Arbeitstag immer mindestens 500 Smart Meter näher am Ziel sind.
Jeder Meter zählt: Rekordtempo für die EnergiewendeKaum 12 Monate liegen zwischen der Installation des ersten neuen Smart Meters und der Montage von Smart Meter Nummer 100'000 im September 2025. Das ist ein Rekordtempo. Besonders hervorzuheben ist, dass die hohe Taktung – über 500 Installationen pro Tag – bereits ein halbes Jahr nach Installation des ersten neuen Smart Meters erreicht wurde. Um dies möglich zu machen, war intensive Planung nötig. An der Vor- und Nachbereitung des Rollouts waren zahlreiche weitere Expertinnen und Experten aus diversen Fachbereichen der BKW beteiligt. Allein die nötigen Systemumstellungen im Rechnungswesen waren ein Grossprojekt für die zuständigen Kolleginnen und Kollegen, auch aus der IT. Der Rollout startete also effektiv lange vor September 2024. Seit dem Frühjahr 2025 rollt er so richtig – und er wird weiterrollen: Bis 2028 werden alle Kundinnen und Kunden im BKW Versorgungsgebiet den intelligenten Zähler im Hause haben.
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