ProjekteWie Wengen mit Fernwärme den Heizölbedarf reduzieren will
BKW Energy ProductionFernwärmeAbwärmenutzungEnergieinfrastruktur
Wie Wengen mit Fernwärme den Heizölbedarf reduzieren will
Der autofreie Ferienort Wengen steht vor einer grundlegenden Veränderung seiner Wärmeversorgung. Die Gemeinde Wengen plant gemeinsam mit der BKW AEK Contracting AG (BAC), die heute unter der Marke BKW auftritt, einen Fernwärmeverbund. Als zentrale Wärmequellen sind die Abwärme der Abwasserreinigungsanlage Lauterbrunnen und eine neue Holzschnitzelheizung vorgesehen. Dadurch soll der Bedarf an fossilen Energieträgern gegenüber der heutigen Wärmeversorgung reduziert werden. Das Projekt verbindet neue technische Lösungen mit bestehenden Infrastrukturen und soll eine langfristige Wärmeversorgung für Bevölkerung, Hotellerie und Tourismus ermöglichen.
Auf einen Blick
Projektfakten
AuftraggeberGemeinde LauterbrunnenProjektortWengen, Kt. Bern, SchweizGeschäftsbereichBKW Energy ProductionBeteiligte BKW GesellschaftBKW AEK Contracting AGProjektstatusIn PlanungRealisierungszeitraum2025–2030
Leistungserbringer
BKW AEK Contracting AG
Die BKW AEK Contracting AG (BAC) tritt unter der Marke BKW auf und ist auf die Planung, Realisierung und den Betrieb von Wärmeversorgungslösungen für Wohngebäude und Industrieliegenschaften spezialisiert.
Die BKW AEK Contracting AG entstand 2018 aus dem Zusammenschluss der Contracting-Kompetenzzentren der AEK Energie AG in Solothurn und der BKW Energie AG in Bern. Heute verfügt das Unternehmen über 30 Jahre Erfahrung in der Wärmeversorgung. Mehr als 40 Mitarbeitende kümmern sich um die Planung, Realisierung und den Betrieb der Anlagen. Das Portfolio umfasst 40 Anlagen zur Wärmeerzeugung, darunter 22 Wärmeverbunde.
Transportleitung Lauterbrunnen–WengenVerteilnetz im DorfHeizöl pro Jahr ersetzbarCo2-Einsparung pro Jahr
Wenn ein bewährtes System an seine Grenzen stösstWengen ist einer der bekanntesten Ferienorte der Schweiz. Gleichzeitig stellt die besondere Lage des autofreien Bergdorfs hohe Anforderungen an die Versorgung mit Energie und Infrastruktur. Die Wärmeversorgung basiert heute grösstenteils auf einzelnen Öl- oder Pelletheizungen in den Liegenschaften. Jahr für Jahr werden rund 2,2 Millionen Liter Heizöl per Bahn nach Wengen transportiert und anschliessend mit Kleinlastwagen zu Hotels, Wohnhäusern und weiteren Gebäuden verteilt. Dieses System hat sich über viele Jahre bewährt. Gleichzeitig verändern neue Anforderungen die Ausgangslage.Die Wärmeversorgung soll langfristig stärker auf erneuerbare Energiequellen ausgerichtet, der Einsatz fossiler Energieträger reduziert und bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt werden. Hinzu kommen die besonderen logistischen Herausforderungen eines autofreien Bergdorfs, in dem jeder Brennstofftransport mit zusätzlichem Aufwand verbunden ist.Auch Pellets lösen die logistische Herausforderung nicht vollständig: Bei gleichem Energiebedarf ist ihr Transportvolumen deutlich höher als jenes von Heizöl. Gesucht war deshalb eine Lösung, die nicht nur den Ersatz einzelner Heizungen ermöglicht, sondern die Wärmeversorgung des gesamten Ortskerns langfristig weiterentwickelt. Gleichzeitig musste sie den besonderen topografischen, betrieblichen und touristischen Anforderungen von Wengen gerecht werden und sich in die bestehende Infrastruktur integrieren lassen.
Eine Lösung, die vorhandene Ressourcen sinnvoll nutztIm Zentrum des Projekts steht die Entscheidung für ein Energiekonzept, das unterschiedliche Wärmequellen miteinander verbindet. Im regulären Betrieb soll die Wärme hauptsächlich aus der Abwärme der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Lauterbrunnen und einer neuen Holzschnitzelheizzentrale stammen. Für aussergewöhnlich kalte Tage ist zusätzlich eine Spitzenlastheizung vorgesehen. Eine redundante Heizzentrale in Wengen erhöht zudem die Versorgungssicherheit. Die Wahl dieses Konzepts basiert nicht nur auf technischen Überlegungen. Ziel ist es, vorhandene Ressourcen möglichst effizient zu nutzen und gleichzeitig eine Wärmeversorgung aufzubauen, die langfristig betrieben und bei Bedarf weiterentwickelt werden kann. Das Fernwärmenetz soll zunächst den Grundausbau im Dorf ermöglichen und anschliessend schrittweise verdichtet werden. Damit bleibt die Infrastruktur auch für zukünftige Entwicklungen anschlussfähig. Eine weitere wichtige Grundlage des Projekts ist die enge Abstimmung mit der Gemeinde Lauterbrunnen. Die bestehende Abwasserleitung zwischen Lauterbrunnen und Wengen stammt aus den 1960er-Jahren und muss in den kommenden Jahren saniert werden. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, den Bau der neuen Transportleitung mit der Erneuerung der bestehenden Infrastruktur zu koordinieren. Werden beide Projekte gemeinsam umgesetzt, lassen sich Bauarbeiten koordinieren und die damit verbundenen Belastungen für Bevölkerung und Gäste reduzieren. Verantwortung zeigt sich in diesem Projekt deshalb nicht erst bei der späteren Energieversorgung, sondern bereits in der Planung. Gemeinsam werden technische, wirtschaftliche und betriebliche Anforderungen so aufeinander abgestimmt, dass eine Lösung entsteht, die langfristig Bestand haben kann.
Gemeinsam die Voraussetzungen für eine neue Wärmeversorgung schaffenDie Umsetzung des Projekts erfordert das Zusammenspiel unterschiedlichster Akteure. Gemeinde, Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, Hotellerie und die BKW arbeiten gemeinsam daran, die Voraussetzungen für den Fernwärmeverbund zu schaffen. Die BKW übernimmt dabei die Planung und den Bau der Energiezentrale sowie des Fernwärmenetzes. Dazu gehören unter anderem die Transportleitung zwischen Lauterbrunnen und Wengen, das Leitungsnetz im Dorf, die Hausanschlüsse sowie die Installation und Inbetriebnahme der Wärmeübergabestationen in den einzelnen Liegenschaften. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit den Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern. Rund 120 bis 150 Objekte können künftig an das Netz angeschlossen werden. Besonders wichtig ist die Beteiligung der Hotels, die einen wesentlichen Teil des Wärmebedarfs im Dorf ausmachen. Bereits heute befinden sich zahlreiche Wärmelieferverträge im Umlauf. Eigentümerinnen und Eigentümer erhalten nach Vertragsabschluss eine Übergangsfrist von fünf Jahren, um bestehende fossile Heizsysteme schrittweise zu ersetzen und den Anschluss an das Fernwärmenetz vorzubereiten. Die Umsetzung erfolgt etappenweise. Nach Abschluss der Projektierung und den behördlichen Genehmigungen ist der Bau der Heizzentralen sowie der Transport- und Verteilleitungen vorgesehen. Erste Wärme soll ab 2028 geliefert werden; spätestens bis Sommer 2030 sollen die angeschlossenen Liegenschaften über den neuen Fernwärmeverbund versorgt werden. Abwärme aus der ARA Lauterbrunnen und Holzschnitzel bilden dabei die zentralen Wärmequellen. Anschliessend ist eine weitere Verdichtung des Netzes geplant.
Eine Infrastruktur mit langfristiger WirkungMit dem Fernwärmeverbund schafft Wengen die Grundlage für eine Wärmeversorgung, die den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte gerecht werden soll. Das Projekt verfolgt das Ziel, den Einsatz fossiler Energieträger deutlich zu reduzieren und gleichzeitig Abwärme aus der ARA Lauterbrunnen und Holzschnitzel für die Wärmeversorgung zu nutzen. Nach heutiger Planung könnten gegenüber der heutigen Wärmeversorgung künftig bis zu 1,8 Millionen Liter Heizöl pro Jahr ersetzt und die CO₂-Emissionen um rund 4'900 Tonnen jährlich reduziert werden. Gleichzeitig sollen gegenüber der heutigen dezentralen Versorgung weniger Brennstofftransporte im Dorf erforderlich sein, wodurch die Verkehrsbelastung verringert werden kann. Über die ökologische Wirkung hinaus schafft der Fernwärmeverbund weitere langfristige Vorteile. Die standardisierte Wärmeversorgung vereinfacht den Betrieb der angeschlossenen Liegenschaften, reduziert den Unterhaltsaufwand für einzelne Heizsysteme und ermöglicht eine schrittweise Modernisierung bestehender Gebäude. Gleichzeitig bleibt das Netz ausbaufähig und kann mit der weiteren Entwicklung des Dorfes mitwachsen. Das Projekt verbindet bestehende Infrastrukturen, lokale Ressourcen und partnerschaftliche Zusammenarbeit, wodurch eine Wärmeversorgung entsteht, die einen langfristigen Beitrag zur Energiezukunft Wengens leisten wird.
BAC Broschüre Fernwärmeprojekt Lauterbrunnen–Wengen
Download

Alle: 1 von 1 Elementen angezeigt

Projekte
Unsere Projekte
Olympia Stadionkonzept KölnRheinRuhrMehr erfahren
Pipeline auf Baustelle
Eifel-PipelineMehr erfahren
Klinikum Heidekreis Ansicht als Rendering
Zentralklinikum Bad FallingbostelMehr erfahren
Zu den Projekten
Haben Sie Fragen? Unser Team gibt gerne Auskunft.
Bleiben Sie auf dem LaufendenNewsletter abonnieren
LinkedInYouTubeInstagramFacebookRechtliche HinweiseDatenschutzImpressumAGB und RechtlichesPrivatsphäre-Einstellungen