Mitarbeitender in Schutzkleidung und Kletterausrüstung auf einem Hochspannungsmast; im Hintergrund sind Gleisanlagen, Verkehrswege und weitere Strommasten zu sehen.
ProjekteULTRANET: So wird die Energiewende gebaut
BKW Infra Services
ULTRANET: So wird die Energiewende gebaut
Die Energiewende braucht leistungsfähige Stromnetze. Für ULTRANET realisiert LTB Leitungsbau GmbH, eine Gesellschaft der BKW Infra Services, wesentliche Teile des 42 Kilometer langen Abschnitts von Mannheim nach Philippsburg – mit Planung, Engineering und Leitungsbau.
Auf einen Blick
Projektfakten
Kunde/KundinTransnetBWGeschäftsbereichInfra ServicesBeteiligte BKW GesellschaftLTB Leitungsbau GmbHProjekttypErweiterungTechnologiebereichNetzinfrastruktur / Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung / HybridleitungBrancheEnergieversorgung / ÜbertragungsnetzVerbaute Stahlmengeca. 5’250 TonnenBetonca. 13’600 m³Wegebauca. 72’000 m² StahlplattenBeteiligteca. 200 Nachunternehmen und LieferantenFlächenmanagementca. 70 betroffene landwirtschaftliche Betriebe, 740 Flurstücke in sechs GemeindenArtenschutz10 Kilometer Reptilienzäune mit 3’500 m² VliesOrganisation984 Baufreigaben und 1’285 Seiten Auflagen
Karte mit markierter Stromleitungstrasse zwischen Philippsburg und Weinheim sowie farbigen Abschnitten entlang der Strecke
Blick über zahlreiche Gleise des Rangierbahnhofs Mannheim mit Hochspannungsmasten und Leiterseilen im Vorder- und Hintergrund.
LTB Leitungsbau GmbH, eine Gesellschaft der BKW Infra Services, realisiert wesentliche Teile des anspruchsvollen Abschnitts von Mannheim nach Philippsburg.
Leistungserbringer
LTB Leitungsbau GmbH
LTB Leitungsbau GmbH, eine Gesellschaft der BKW Infra Services, realisiert wesentliche Teile des anspruchsvollen Abschnitts von Mannheim nach Philippsburg.
Dabei bringt sie ihre Erfahrung in Planung, Engineering und Leitungsbau ein.
ProjektabschnittMastenSondermastenPlanungsarbeiten für ULTRANET
Eine neue Aufgabe für bestehende StromtrassenWie lässt sich das Stromnetz ausbauen, wenn neue Anforderungen auf dicht besiedelte Räume, Verkehrswege, Landwirtschaft und bereits bestehende Leitungen treffen?ULTRANET gibt darauf eine technische Antwort. Die rund 340 Kilometer lange Verbindung führt von Meerbusch-Osterath in Nordrhein-Westfalen bis nach Philippsburg in Baden-Württemberg. Die Gleichstromverbindung wird auf einer bestehenden 380-kV-Drehstromleitung mitgeführt. Gleichstrom und Drehstrom teilen sich damit Teile der Infrastruktur. Deshalb wird ULTRANET auch als Hybridleitung bezeichnet. TransnetBW verantwortet als Übertragungsnetzbetreiber den ULTRANET-Abschnitt in Baden-Württemberg und schafft damit eine wichtige Voraussetzung für einen leistungsfähigen Stromtransport und die Integration erneuerbarer Energien in das Übertragungsnetz.Amprion verantwortet die Leitung in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen, TransnetBW in Baden-Württemberg. Auf dem besonders anspruchsvollen Abschnitt von Mannheim bis zum Konverter in Philippsburg bringt LTB Leitungsbau GmbH als Teil der BKW Infra Services ihre Erfahrung in Planung, Engineering und Leitungsbau ein.Die Herausforderung reicht dabei weit über die Montage von Masten und Leitungen hinaus. Bestehende Infrastruktur, Genehmigungen, Umweltanforderungen, Flächennutzung, Logistik und zahlreiche Beteiligte müssen in Planung und Ausführung zusammenspielen.
Mitarbeitender in Schutzkleidung hält Planunterlagen auf einer Baustellenfläche mit Hochspannungsmast im Hintergrund.
Blick über zahlreiche Gleise des Rangierbahnhofs Mannheim mit Hochspannungsmasten und Leiterseilen im Vorder- und Hintergrund.
Hochspannungsmast mit mehreren Traversen, Isolatoren und Leiterseilen vor bewölktem Himmel.
Zwei Mitarbeitende in Schutzkleidung und Kletterausrüstung auf einem Hochspannungsmast; einer zeigt auf Bauteile der Leitungsanlage.
Zwei Mitarbeitende in Schutzkleidung bei Arbeiten an einer Seilzugmaschine neben einer grossen Kabeltrommel und einem Hochspannungsmast.
Planung beginnt lange vor dem ersten MastFür LTB Leitungsbau GmbH begann ULTRANET bereits 2012 mit ersten Planungsarbeiten. In den folgenden Jahren wurden Trassenvarianten untersucht, die Abschnitte zwischen Mannheim-Wallstadt und dem Konverter Philippsburg geplant und der Bauablauf mit der Netzplanung abgestimmt.Seit Oktober 2023 läuft die Ausführung des Leitungsbaus. Bei der Leitungsplanung und im Engineering werden Trassen, Masten, Seile, Erdungen und Gründungen als Gesamtsystem betrachtet und auf die Anforderungen des Netzes abgestimmt. Dazu gehören Machbarkeitsstudien, seilmechanische und elektrotechnische Berechnungen, Baugrundauswertungen sowie die Planung von Arbeitsflächen und Provisorien.Auch Genehmigungs- und Umweltunterlagen sind Teil dieser Vorarbeit. So entsteht lange vor der eigentlichen Montage die technische und organisatorische Grundlage dafür, dass der Leitungsbau später sicher und zuverlässig umgesetzt werden kann.
Portraitbild von Sven Behrend
Wenn Leitungsbau auf mehr als 40 Gleise trifftWie entscheidend diese Vorbereitung ist, zeigt der Rangierbahnhof Mannheim.Für die Querung mussten Gerüste über mehr als 40 Gleise errichtet werden. Kran, Gerüstteile und weiteres Material wurden teilweise per Lok zu den Einsatzorten gebracht. Der eigentliche Leitungsbau führte über 37 Gleise.18 beteiligte Firmen. 19 Anträge bei der Deutschen Bahn. Rund 1’000 Terminvorgänge.Hinter diesen Zahlen steckt eine komplexe Koordinationsaufgabe. Planung, Sicherung, Logistik und Bauausführung mussten so ineinandergreifen, dass der Seilzug zuverlässig und sicher umgesetzt werden konnte und die Einschränkungen für den laufenden Betrieb möglichst gering blieben.Gerade hier zeigt sich, was Infrastrukturkompetenz bei einem Projekt dieser Dimension bedeutet: Nicht eine einzelne technische Leistung entscheidet über den Erfolg. Entscheidend ist das Zusammenspiel unterschiedlicher Disziplinen und Beteiligter.
Ein Mast für mehrere StromsystemeAuch bei der technischen Ausführung gibt es Aufgaben, für die Standardlösungen nicht ausreichen.Sondermasten verbinden unterschiedliche Stromsysteme und ermöglichen gleichzeitig Abzweige zu anderen Masten. Im Endausbau werden auf dem Gestänge sowohl Gleichstrom- als auch Drehstromleitungen geführt.Dafür erhalten bestimmte Masten zusätzliche Bauteile, Kreuztraversen ermöglichen beispielsweise den Abzweig eines Stromsystems. Sogenannte Leiterseilharfen führen Leiterseile senkrecht nach unten. Gleichzeitig müssen solche Konstruktionen verschiedene Zwischenbauzustände ermöglichen, bis die endgültige Leitungsführung erreicht ist.Insgesamt wurden für ULTRANET 24 Sondermasten entwickelt.Derartige Sondermasten machen damit im Kleinen sichtbar, was das Gesamtprojekt verlangt: technische Erfahrung, vorausschauende Planung und Lösungen, die sich an der konkreten Situation orientieren.
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Infrastruktur entsteht nicht unabhängig von ihrem UmfeldDie Dimension von ULTRANET lässt sich in Kilometern, Stahl und Beton ausdrücken: 42 Kilometer Projektabschnitt, 96 Masten, rund 5’250 Tonnen Stahl und etwa 13’600 Kubikmeter Beton.Wie viel Koordination hinter dieser Infrastruktur steckt, zeigen jedoch andere Zahlen.Rund 740 Flurstücke in sechs Gemeinden müssen berücksichtigt werden. Etwa 70 landwirtschaftliche Betriebe sind vom Flächenmanagement betroffen. Zehn Kilometer Reptilienzäune mit 3’500 Quadratmetern Vlies begleiten die Arbeiten. Hinzu kommen 984 Baufreigaben und 1’285 Seiten Auflagen.Netzinfrastruktur entsteht damit nicht unabhängig von ihrem Umfeld. Technische Anforderungen und Sicherheit müssen ebenso berücksichtigt werden wie bestehende Infrastruktur, Menschen, Flächennutzung und Umwelt.ULTRANET zeigt, wie BKW Infra Services diese Komplexität gemeinsam mit Kunden, Partnern und zahlreichen Beteiligten in konkrete Infrastruktur übersetzt: mit langfristiger Planung, Engineering, technischer Erfahrung und konsequenter Umsetzung.So wird aus der Energiewende nicht nur ein Ziel auf dem Papier, sondern gebaute Infrastruktur.
Was andere Infrastrukturbetreiber daraus lernen können
  • Früh planen, um später sicher bauen zu können: Bei komplexen Netzinfrastrukturprojekten entscheidet die Qualität der Vorarbeit darüber, wie zuverlässig die Ausführung erfolgen kann.
  • Bestehende Infrastruktur als Teil der Aufgabe verstehen: Rangierbahnhöfe, Verkehrswege und bestehende Leitungen beeinflussen Planung, Logistik und Bauablauf unmittelbar.
  • Sonderlösungen dort entwickeln, wo Standards nicht reichen: Die 24 Sondermasten zeigen, wie technische Lösungen auf konkrete Anforderungen zugeschnitten werden müssen.
Komplexität entsteht an den Schnittstellen: Rund 200 Nachunternehmen und Lieferanten, landwirtschaftliche Betriebe, Gemeinden, Genehmigungen und Umweltauflagen machen deutlich, dass Infrastrukturprojekte neben technischem Know-how vor allem Koordinationsfähigkeit verlangen.
Die Infrastruktur für die EnergiewendeULTRANET zeigt, was moderner Netzausbau verlangt: langfristige Planung, technische Lösungen für aussergewöhnliche Situationen und eine Umsetzung, die zahlreiche Anforderungen und Beteiligte zusammenführt.Für BKW Infra Services bedeutet Infrastrukturkompetenz deshalb mehr als bauen. Sie beginnt beim Engineering, zeigt sich in der Beherrschung komplexer Schnittstellen und wird dort sichtbar, wo aus Planung funktionierende Infrastruktur entsteht.
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